Freitag, 3. Februar 2017

Rezension: Die Attentäter von Antonia Michaelis

Titel: Die Attentäter 

Autorin: Antonia Michaelis

Illustratorin: Kathrin Schüler

Verlag: Oetinger

Seitenzahl: 448

ISBN-10: 3789104566

ISBN-13: 978-3789104565

Preis: 19,99 Euro

 

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt: 

Obwohl sie aus grundverschiedenen Verhältnissen stammen, sind Cliff und Alain fasziniert voneinander. Zwischen ihnen steht Margarete, die beide von klein auf kennen. Dann konvertiert Cliff zum Islam und verschwindet. Als er zurückkehrt, wird klar: Er soll für den IS einen „Tag des Blutes“ planen. Alain will seinen Freund retten – doch wie lange kann er noch zu ihm halten?Mit "Die Attentäter" liefert Antonia Michaelis einen beklemmenden Blick in die Abgründe des Terrorismus.

 

 

 Meine Meinung: 

"Die Attentäter" ist ein Jugendbuch der Autorin Antonia Michaelis. Das Thema ist aktueller denn je und ich war sehr gespannt, wie die Autorin sich dem schwierigen Inhalt jugendgerecht nähern würde. Ob es mich überzeugen konnte, das verrate ich euch hier ...

 

In dieser Geschichte geht es um die Protagonisten Cliff, Alain und Margarete. Die drei sind von klein auf miteinander befreundet und obwohl sie aus verschiedenen Verhältnissen stammen, gab es nie Uneinigkeiten. Doch eines Tages konvertiert Cliff zum Islam und verändert sich immer mehr. Als er kurze Zeit später verschwindet sind seine Freunde besorgt. Doch die Besorgnis wächst noch mehr als Cliff zurückkehrt, mit Plänen für den IS einen "Tag des Blutes" zu planen. Alain will seinen Freund retten, aber kann er angesichts der Gefahr weiterhin zu ihm halten?

 



Der Einstieg in dieses Buch ist mir sehr gut gelungen. Ich mag den bildhaften und poetischen Schreibstil von Antonia Michaelis ganz gerne und finde, dass die Autorin es gut versteht den Leser/die Leserin zum eigenen Nachdenken anzuregen. Der Nachteil an sehr bildhaften Schreibstilen ist leider manchmal, dass der rote Faden verloren gehen kann, was hier manchmal schon der Fall war. Ich fand es besonders schwierig, dass die Geschichte manchmal doch ziemlich langatmig wurde und ich so kämpfen musste um am Ball zu bleiben. 

 

Die Charaktere hat die Autorin toll ausgearbeitet und besonders Cliff's Zerrissenheit hat sie, wie ich finde, auf den Punkt getroffen. Was mich leider schnell gestört hat waren die Klischee's. Okay, Cliff hat eine schlimme Kindheit, aber wieviele junge Menschen konvertieren zum Islam und hatten eine unauffällige Kindheit? Ich finde hier das Risiko zu groß, dass eine schlimme Kindheit mit diesem Weg gleichgesetzt wird. Dieses klischeehafte hat mich am meisten gestört und es hat mir auch zuviel Raum eingenommen. 

 

Dennoch hat Antonia Michaelis die Thematik gut beleuchtet und für ein Jugendbuch auch fundiert genug beschrieben. Dass nun auch noch eine Homosexulität als Thema hinzukommen musste, fand ich etwas zuviel, denn ein Freund der versucht dem anderen in diesem Kontext beizustehen, hätte, meiner Meinung nach, genug eigenes Potenzial geboten. 

 

Was mir besonders gut gefallen hat war, wie in der Geschichte die Emotionen beschrieben werden. Ich habe teilweise ganz schön schlucken müssen und manche Stellen gingen mir schon sehr unter die Haut. Von mir gibt es insgesamt 3,4 Rosen, abgerundet auf 3!

 

Positiv: 

* interessante Thematik mit aktuellem Schwerpunkt

* toller, poetischer Schreibstil

* schöne Vermittlung der Emotionen

 

Negativ: 

* mir waren in der Geschichte zuviele große Themen am Werk, etwas weniger

   hätte ich hier als mehr empfunden

* die Tatsache, dass die schwere Kindheit so eine tragende Rolle bei Cliff's Weg 

   spielt, finde ich zu einfach gelöst

 

"Die Attentäter" ist ein emotionales Buch mit einem schweren und wichtigen Thema, welches mich bewegt, aber in manchen Punkten nicht komplett überzeugt hat! Dennoch sehr lesenswert!

 

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