Dienstag, 30. Mai 2017

Kurzrezension: Überall bist du von Gerhild Stoltenberg

 

Titel: Überall bist du

Autorin: Gerhild Stoltenberg

Verlag: Atlantik

Seitenzahl: 272

ISBN-10: 345560059X

ISBN-13: 978-3455600599

Preis: 20,00 Euro 









Inhalt: 

Wenn Martha geahnt hätte, dass Tom vom einen auf den anderen Tag aus ihrem Leben verschwinden würde, hätte sie ihn nachts geweckt, statt ihn nur anzuschauen. Sie wäre mit Tom nur U-Bahn statt Fahrrad gefahren, dann gäbe es in der Stadt jetzt weniger Orte, die sie mit ihm verbindet. Und sie hätte versucht, viel weniger mit ihm zu erleben, damit die Liste der Dinge, die sie so sehr an ihn erinnern, jetzt nicht so lang ist. Zum Glück gibt es den fünfjährigen Oskar und seine Brüder, die ihr die unausgesprochenen Gesetze des Spielplatzes erklären und mit denen sie unbeschwerte Sommertage im Freibad verbringt. Doch wenn der Liebeskummer so schlimm wird, dass nicht mal Winnie Puuh-Pflaster helfen, weiß selbst der sehr weise Oskar nicht mehr weiter. Martha muss sich eingestehen, dass sie nicht die besten Ideen hat, um über Tom hinwegzukommen, und entscheidet kurzerhand, alles hinter sich zu lassen.

 

  


Lesegrund: 

Bei diesem Buch fand ich den Klappentext sehr interessant. Ich habe mir eine warmherzige Geschichte verprochen und war neugierig, wie die Autorin die Gefühle in der Handlung darstellen würde.

 

Handlung: 

In dieser Geschichte geht es um die Protagonistin Martha. Martha wurde vor kurzem von ihrem Freund Tom verlassen und leidet schlimm unter ihrem Liebeskummer. Nicht einmal das Babysitten kann sie noch von ihrem Leid ablenken und überall wird sie an Tom und gemeinsam erlebtes erinnert. Kurzerhand beschließt sie dann alles hinter sich zu lassen und nach Belgrad zu gehen, aber ob sie Tom dort vergessen kann?

 

Schreibstil: 

Der Schreibstil von Gerhild Stoltenberg ist poetisch angehaucht und irgendwie auch immer melancholisch. Das Buch lässt sich flüssig lesen, aber die langen, verschachtelten Sätze liessen es manchmal so wirken, als würde die Autorin den Kern der Aussagen ein bisschen aus den Augen verlieren. 



 Charaktere: 

Die Charaktere hat die Autorin teilweise sehr schön gezeichnet ( die Kids ) , aber mit der Protagonistin hatte ich leider so meine Probleme. Ich kann nicht sagen, dass sie mir unsympathisch wäre, aber die Botschaft, die die Autorin durch sie vermittelt, hat mir gar nicht gefallen. Ich fand vieles ein bisschen überzogen und habe auch eine klare Entwicklung bei  der Protagonistin vermisst. In meinen Augen schlittert sie am Ende in ein ähnliches Szenario, was ich nicht gut gewählt fand, da sie gar nicht merkt, dass man keinen Partner in Aussicht braucht, um überhaupt Erfüllung im eigenen Leben zu finden.

 

Spannung: 

Den Spannungsbogen hat Gerhild Stoltenberg, meiner Meinung nach, nicht gut gehalten. Der Beginn war vielversprechend, aber danach nahm mein Interesse leider rapide ab, was vorallem an den vielen, langatmigen Passagen lag, in denen einfach kaum etwas passiert. 

 

Emotionen:  

Von den Emotionen hatte ich mir bei dieser Geschichte sehr viel versprochen, da die Thematik eigentlich alles dafür mitgebracht hätte. Leider war es so, vielleicht auch, weil ich das Handeln und Denken der Protagonistin kaum nachvollziehen konnte, dass mir einiges nicht sehr glaubwürdig vorkam und mich daher auch nur sehr selten etwas, wirklich, berührt hat! Das fand ich extrem schade, denn das Thema Liebeskummer hätte emotional sehr bewegend sein können, ebenso wie eine, leider nicht stattgefundene, persönliche Entwicklung! 

 

"Überall bist du" hatte das Potenzial für eine emotionale Geschichte, welches, meiner Meinung nach, leider kaum genutzt wurde. Ich fand die Ideen schön, aber die Umsetzung konnte mich nicht überzeugen! Besonders die Botschaften die hier deutlich werden fand ich nicht gut gewählt. Schade!


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