Montag, 21. August 2017

Rezension: Der Sandmaler von Henning Mankell

Titel: Der Sandmaler

Autor: Henning Mankell

Übersetzerin: Verena Reichel

Verlag: Paul Zsolnay

Seitenzahl: 160

ISBN-10: 3552058540

ISBN-13: 978-3552058545

Preis: 20,00 Euro

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt: 

Stefan und Elisabeth treffen sich auf dem Flug nach Afrika kurz nach dem Abitur wieder. Gegen Ende der Schulzeit hatten sie eine flüchtige Beziehung. Während Stefan das Strandleben genießt, will Elisabeth dieses fremde Land verstehen. Sie freundet sich mit einem Lehrer an, der ihr die historischen Hintergründe erklärt, und der einheimische Guide Ndou führt sie durch die ärmsten Viertel. Elisabeth lernt, die Welt und ihr eigenes Leben mit anderen Augen zu sehen. Bereits in Mankells erstem Afrika-Roman sind seine späteren großen Themen versammelt: die Schönheit des Landes, die Überlebenskunst der Einheimischen, die Gedankenlosigkeit der weißen Touristen und die Nachwirkungen des Kolonialismus.

 

 

Meine Meinung: 

"Der Sandmaler" ist ein Roman des Autors Henning Mankell. Auf dieses Buch bin ich durch den Klappentext aufmerksam geworden und da der Inhalt für mich sehr interessant klang, wollte ich das Buch gerne lesen. Aber ob es mich auch überzeugen konnte?

 

In dieser Geschichte geht es um die Protagonisten Elizabeth und Stefan. Die beiden treffen sich kurz nach ihrem Abitur am Flughafen wieder. Vor einigen Monaten hatten sie eine Affäre und nun sitzen sie beide im Flugzeug nach Afrika. Elisabeth möchte das Land und die Menschen dort kennenlernen, aber für Stefan geht es eher um das Sommergefühl und entspannte Strandtage.

 

Im Hotel angekommen lernt Elisabeth einen sympathischen Lehrer kennen, der ihr mehr über die Geschichte des Landes erzählt und in dem jungen Ndou haben sie und Stefan einen einheimischen Guide, der ihr auch einen Einblick in die Viertel der Ärmsten der Armen gibt ...

 


Der Einstieg in diese Geschichte ist mir gut gelungen und ich war schon zu Beginn gespannt auf die Inhalte. Der Schreibstil von Henning Mankell hat mir recht gut gefallen, obwohl ich sagen muss, dass mich manche Wiederholungen ziemlich gestört haben, vorallem, wenn man bedenkt, wie kurz das Buch sowieso schon ist. Die Handlung wirkte durch ebendiese Wiederholungen leider oftmals sehr dünn, was ich echt schade fand, da die Themen doch deutlich mehr Potenzial geboten haben. 


Was mir ebenfalls gefehlt hat war das Flair des Landes. Es gab nur zwei drei Passagen, in denen die Umgebung und das Leben der Menschen in den ärmlichen Gebieten deutlich geworden ist. Die Unterschiede zwischen den reichen Weißen und den Afrikanern wurden hier gut aufgezeigt. Leider waren diese Momente sehr rar gesät und so verbrachten Elisabeth und Stefan ihre Zeit fast nur am Strand. 


Die Ausarbeitung der Charaktere fand ich okay, aber ganz überzeugt hat sie mich leider nicht. Stefan wird als der klischeehafte reiche Tourist beschrieben und hierbei schreckt Mankell auch nicht vor der ein oder anderen abartigen Aussage zurück, was die Rolle dieses Charakters verdeutlicht hat, mir aber etwas zu extrem war. Insgesamt blieben mir viele Personen zu blass und auch Elisabeth's Entwicklung wirkte ein bisschen zu aufgesetzt auf mich, da ihr in vielen Momenten, einfach die Authentizität fehlte. Zudem passte ihr lange andauerndes Verhalten, leider nur teilweise zu der gut gewählten Entwicklung, was ich ein bisschen enttäuschend fand.


Positiv:

* interessante Themeninhalte, die zum Nachdenken anregen

* gute, wenn auch sehr am Rande gehaltene Message


Negativ: 

* es gab einige inhaltliche Wiederholungen

* die Charaktere hatten mir zu wenig Tiefgang

* die wichtigen Themen wurden leider oftmals nur am Rande angeschnitten und 

   so blieb viel zuviel Potenzial ungenutzt

* manche Entwicklung war, für mich, nicht richtig glaubhaft


"Der Sandmaler" konnte meine Erwartungen an diese Geschichte leider nicht erfüllen. Es gab einiges an Potenzial, welches aber, wenn überhaupt, nur in Ansätzen genutzt wurde. Dennoch regt alleine schon die Thematik zum Nachdenken an.


Kommentare:

  1. Hallo,
    mit Mankel komme ich irgendwie nicht so richtig klar. Habe schon in einige Bücher reingelesen und dann wieder abgebrochen. Schade eigentlich. Aber man kann nicht alles mögen, gell?!

    Der Titel des Buches gefällt mir. Konntest du einen Zusammenhang zum Inhalt herstellen? Anhand des Klappentextes hätte mich dieses Buch auch interessiert. Sehr schade, dass deine Erwartung nicht erfüllt werden konnte.

    War das dein erstes Buch des Autors?

    GlG vom monerl

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    1. Huhu Monerl,
      ja das war mein erstes Buch von Mankell. Ich habe immer mal mit der "Wallander" Reihe geliebäugelt, aber nach diesem Buch bin ich da etwas weiter von entfernt.
      Ja der Titel spiegelt sich kurz im Inhalt wieder, was ich ganz schön gemacht fand, aber es ist nur ein kleiner Moment.
      Manche sind von diesem Buch total begeistert, aber mich konnte es leider echt nicht packen. Dabei klingt der Klappentext wie du sagst richtig gut.
      Ich breche nur sehr selten und ungern Bücher ab, aber wenn es gar nicht gefällt ist das ja besser, als sich ewig durchzuquälen.
      Liebe Grüße, Petra

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