Donnerstag, 17. August 2017

Zeit für Klassiker # 3 Rezension: Farm der Tiere von George Orwell

Titel: Farm der Tiere 

Autor: George Orwell

Übersetzer: Michael Walter

Verlag: Diogenes

Seitenzahl: 192

ISBN-10: 3257261373

ISBN-13: 978-3257261370

Preis: 10,00 Euro

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt: 

»Die Fabel vom Aufstand der Tiere des Farmers Jones und vom allmählichen Umschlag der Revolution in ihr den status quo ante wiederherstellendes Gegenteil gehört zu den bekanntesten literarischen Werken des 20. Jahrhunderts. Der Satz ›Alle Tiere sind gleich, aber einige Tiere sind gleicher als andere‹ wurde zum geflügelten Wort.«

 

 

 

Meine Meinung:  

"Farm der Tiere" ist eine Fabel des Autors George Orwell. Von diesem Buch hatte ich schon einiges gutes gehört und da der Inhalt für mich sehr interessant klang habe ich auch gerne dazu gegriffen. 

 

In dieser Geschichte geht es um die Tiere auf der Farm des Bauern Jones. Jones ist kein netter Bauer, er nutzt seine Tiere, wie viele andere Farmer aus und sie bekommen gerade genug Futter, um zu funktionieren. Eines Tages zetteln die Tiere einen Aufstand an und verjagen Jones und alle anderen Menschen von der Farm, die von diesem Tag an nur noch "Farm der Tiere" heißt. 


Mit der Vertreibung der Menschen beginnt für die Tiere der Farm zunächst ein glücklicheres Leben, aber schon nach einer Weile schleichen sich Gewohnheiten und Denkweisen ein, die ihr sorgenfreies Leben verändern. Die sieben Gebote, die zu Beginn der tierischen Farmherrschaft geschrieben wurden, werden umformuliert und nach und nach zeigt sich, dass manche Tiere der Meinung sind, sie haben mehr verdient als andere ...


 

 

Der bildhafte Schreibstil von George Orwell hat mir richtig gut gefallen. Ich mag seine Art zu erzählen sehr gerne und habe mir die Farm und ihre Bewohner richtig lebhaft vorstellen können. Die Buchidee fand ich ebenfalls grandios und ich war sehr gespannt auf die Umsetzung des Autors. 


Die Handlung beginnt schnörkellos damit, dass die Tiere auf der Farm merken, dass sie schlecht behandelt werden und nach einigen Reden eines großen Denkers unter ihnen beschließen eine Revolution zu starten und den Bauern Jones zu vertreiben. Diese Thematik bietet dem Leser/ der Leserin schon einiges zum Nachdenken, denn gerade auch heutzutage werden Tiere doch oft ausgebeutet. Die Art, wie Orwell dies vermittelt geht schon unter die Haut und die Inhalte werden im Verlauf der Geschichte auch nicht weniger bedeutsam, eher im Gegenteil. Schon bald kristallisieren sich Führungscharaktere unter den Tieren heraus und es kommt zu einer Hackordnung, die sehr menschlich ist und erschreckend gut beschrieben wird. Der Autor verdeutlicht auf eine besondere Art, in dem er die Tiere handeln lässt, das Denken, welches sehr häufig in der Politik und überhaupt im menschlichen Kontext zu finden ist.

 

Die Richtung, die die Geschichte nimmt ist spannend und auch emotional und besonders der Tod eines wunderbar starken Charakters hat mir echt Tränen in die Augen getrieben. Trotz der traurigen Thematik zeigt Orwell hier die Fehler im Denken auf und legt den Finger auf eine Wunde, die auch in unserer heutigen Gesellschaft, wieder häufiger auftritt. Die sehr gute Ausarbeitung der Charaktere führte dazu, dass ich von den Geschehnissen gefesselt war und mitgelitten und gebangt habe und die wahren Inhalte werde ich mit Sicherheit nie wieder vergessen. 

 

Ich habe auch das Nachwort gelesen, in dem George Orwell über die Pressefreiheit spricht und ich konnte nur staunen, wie gut der Autor vieles auf den Punkt bringt und wie real und konstant diese Thematik, auch in der jetzigen Zeit, in unserer Welt und der Gesellschaft präsent ist. Chapeau, Herr Orwell, wir bräuchten mehr AutorInnen, die sich nicht scheuen ihr Augenmerk auf Themen zu legen, die zum nachdenken anregen und nicht nur Dinge thematisieren, die von anderen zensiert oder als druckbar beurteilt werden.


Positiv: 

* bildhafter und fesselnder Schreibstil

* tolle Ausarbeitung der Charaktere

* großartige Buchidee

* spannende und realitätsnahe Handlung

* regt zum Nachdenken an und ist derzeit vielleicht wieder aktueller denn je


Negativ: 

* Nichts


"Farm der Tiere" ist eine wunderbare Fabel, die stark zum Nachdenken anregt und die jeder gelesen haben sollte. Die Inhalte sind emotional, authentisch, erschreckend, politisch und zudem gibt es schockierende, wie auch warmherzige Momente. Aber vorallem ist dieses Buch ein Denkanstoß, der niemals in Vergessenheit geraten sollte!

 

Kommentare:

  1. Hi Petra :D

    Ich hoffe, du hast meine Email bekommen, auch hier noch einmal vielen Dank für das Buch und die lieben Worte! <3 <3 <3

    "Farm der Tiere" hatten wir kurzeitig mal im deutschunterricht durchgenommen, aber nur in Ausschnitten. Jetzt nach deiner Rezi habe ich auf jeden Fall Lust, das Buch zu lesen. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich noch nie ein Buch von Orwell gelesen habe, nicht einmal 1984 ;/

    Liebe Grüße
    Jessi

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    1. Huhu Jessi,
      das habe ich sehr gern gemacht. Ich bin happy, dass du dich ein bisschen gefreut hast.
      Ich war echt begeistert von den Themen hinter den Themen und die Umsetzung hat mir total gut gefallen. "1984" habe ich schon hier und darauf bin ich auch echt gespannt Es ist ja gerade auch wieder sehr aktuell.
      Liebe Grüße, Petra

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  2. Hallo Petra,
    das ist eine schöne Rezi zu einem grandiosen Buch! Es ist eins meiner Lieblingsbücher. Zu diesem Buch gibt es eine sehr interessante Seite auf Wikipedia, die die Geschichte sehr ausführlich behandelt. Ich war erstaunt, was es alles dazu zu sagen gibt.
    Hast du auch schon "1984" von Orwell gelesen? Falls nicht, empfehle ich es dir unbedingt! Ein ganz besonderes Buch und leider thematisch wieder ganz aktuell. Ich habe es hier rezensiert, falls du mehr zum Buch wissen möchtest.
    GlG vom monerl

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    1. Huhu Monerl,
      ich danke dir. Ja, ich habe mich auch in das Buch verliebt, ich finde es einfach klasse. Da werde ich mal bei Wikipedia stöbern gehen, ich danke dir für den Tipp. Nein, "1984" habe ich noch nicht gelesen, aber ich habe es schon hier. Die Thematik war auch das was mich daran komplett neugierig gemacht hat. Ja du hast recht, was ich so erahne, ist wirklich wieder sehr aktuell:-(
      Liebe Grüße, Petra

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  3. Diese wunderbare Mini-Ausgabe von Diogenes hatte ich nun auch schon oft in der Hand und überlege die ganze Zeit, sie mir zu kaufen. Toll, dass dir dieser Klassiker so gut gefallen hat, das macht mir Mut :) Habe bisher nur den Trickfilm dazu gesehen, der mich als Kind schon ganz schön schockiert hat.

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    1. Hey du,
      ich wußte gar nicht, dass es einen Trickfilm dazu gibt. Den muss ich mir auch mal anschauen. Ja, für Kinder ist das glaube ich auch noch nicht so das ideale. Ja, das Büchlein ist wirklich süß und die Geschichte toll und wertvoll. Falls du es dir gönnst, berichte mir doch mal, wie es dir gefallen hat. Würd mich freuen!
      Liebe Grüße, Petra

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